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Oberhausen › Interkultureller Frauengarten
oberhausen2Die Idee des Interkulturellen Frauengartens haben wir schon lange mit uns herumgetragen. Durch Treffen in verschiedenen internationalen Frauengruppen wissen wir, wie kompliziert die soziale, ökonomische und psychische Lage vieler Migrantinnen und erwerbslosen Frauen ist. Sie sind oft noch isolierter als die Männer und Kinder. So haben wir uns entschieden, einen Frauengarten zu machen.




oberhausen1Der andere Hintergrund ist die Kinderarmut in unserer Stadt. Zwei Jahre lang haben wir ein Friedensprojekt an einer Grundschule mit 80% MigrantInnenanteil gemacht. Wir mussten feststellten, wie die Lage vieler Kinder ist, dass sie wirklich Hunger haben und dass die Lebensmittellage vieler Familien katastrophal ist.
Seit September 2007 sind wir mit der Stadt in Verhandlungen, um ein Stück Land zu bekommen, um einen Interkulturellen Garten für Frauen und Kinder einrichten zu können. Oberhausen gehört zu den ärmsten Städten, ist so hoch verschuldet, dass keine neuen Projekte gefördert werden.
Wir haben nicht locker gelassen und letztendlich gedroht: Wenn wir kein Land bekommen, werden wir den Rasen vorm Rathaus aufbuddeln und dort Kartoffeln pflanzen. Schließlich bekamen wir die Information, das Gelände der ehemaligen Stadtgärtnerei könne für unser Vorhaben infrage kommen. Die Stadtgärtnerei wurde vor einigen Jahren aufgegeben. Wir besichtigen das Gelände und konnten es kaum fassen, so schön ist es. Die Stadtgärtnerei war auch Ausbildungsstelle. Die Auszubildenden haben einige Teile sehr schön bepflanzt, Lavendel, Rosen, Hibiskus, Gräser und Sträucher. Sie haben Wege mit Mosaiksteinen und einen kleinen Wasserlauf angelegt.
Das Gartengelände ist ca. 2.000 Quadratmeter groß. Der Boden im Gartengelände ist belastet. Die Stadtgärtnerei hat mit Pestiziden gearbeitet, der Boden im Ruhrgebiet ist durch die Industrie nicht ohne weiteres geeignet, Lebensmittel anzubauen. Als erstes müssen wir einen 30 cm Bodenaustausch machen.
Es gibt einen Brunnen auf dem Gelände. Wir müssen Strom- und Wasserleitungen legen. Wir wollen ein Gerätehaus und eine offene Küche in Lehmbauweise dort installieren. Wir müssen auch Zäune ziehen. Es ist ein sehr öffentlicher Ort, aber wir wollen das Gelände auch, wenn gerade niemand dort arbeitet, schützen. Und wir müssen uns überlegen, wie wir mit der Kaninchenplage, die dort herrscht, fertig werden.

Wie kommen die Frauen und Kinder für das Projekt zusammen?
Die Werbung sieht folgendermaßen aus: Es gibt verschiedene Gruppen, in denen sich ausländische und deutsche Frauen treffen: In der internationalen Frauengruppe der evangelischen Kirche, bei der Regionalen Arbeitsstelle Zuwanderung, beim Frauencafe der VHS. In diesen Gruppen ist die Initiatorin Ellen Diederich gewesen und hat über das Vorhaben informiert, Filme gezeigt, eine Fotoausstellung erarbeitet.
Etwa 25 Frauen mit ihren Kindern haben sich aus diesen Gruppen interessiert. Die Frauen kommen aus der Türkei, Griechenland, Syrien, dem Libanon, dem Iran, Marokko, Armenien, Sierra Leone und Deutschland.
Wir planen Veranstaltungen über Pflanzen, Heilpflanzen, Gartenarbeit, die Interkulturellen Gärten in verschiedenen Ländern, alternative Lebens- und Wirtschaftszusammenhänge, eine Tauschbörse und anderes mehr.

Kooperationspartner
  • Emschergenossenschaft
  • Stadt Oberhausen, Gleichstellungsstelle
  • Volkshochschule Oberhausen
  • Gartenarchitekten Davids, Terfrüchte & Partner.
  • EXILE-Kulturkoordination e.V.
  • Stiftung Interkultur

Kontakt
Internationales Frauenfriedensarchiv
Lothringer Str. 64
46045 Oberhausen
Tel.: (0208) 853607
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