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Gießen › Internationaler Garten am Funkturm prop3k03_giessen
Seit September 2003 ist ein multikulturelles Gartenprojekt auf dem Gelände der ehemaligen Pendleton- Barracks, das der Gesellschaft für soziales Wohnen (GSW) gehört, aktiv. Der Internationale Garten ist als offenes, ehrenamtlich organisiertes Projekt ein Pilotprojekt im Bereich interkultureller Natur- und Umweltbildung angesiedelt. Natur und Umwelt ist eine gemeinsame Sache, lautet das Motto der Initiatoren.



prop3k01_giessenDaher arbeiten sie mit Schülern und Kindern. Unkonventionelle, internationale und neuartige Natur-und Umweltkonzepte sind ihr Markenzeichen. Im Verlauf der Jahre haben Teilnehmer des Projektes einen Hofgarten mit Kräutern, Beeren, Blumen und Nutzpflanzen und einem Platz mit einem Springbrunnen und einen Duftgarten mit Sitzgelegenheit zu dem heutigen Internationalen Garten aufgebaut.
In dem Wohnprojekt leben ca. 270 Menschen - Studierende und Mieter im sozialen Wohnungsbau, eine bunte Mischung aus über 20 Ländern. Rund um unsere Wohnhäuser liegen Wohngebiete mit Sozialwohnungen. Unser Garten entstand 2003 aus der Initiative der Bewohner Dr. Virpi Nurmi und Dr. Salah Hassan-Tawill. Beide leben im Wohnprojekt. Schon kurz nach dem Start war das Gärtnern für die Kinder zwischen drei und 14 Jahren im gesamten Viertel eine Attraktion. Integration wird unter dem Motto "Natur ist unsere gemeinsame Heimat" mit Menschen aus Ägypten, Türkei, Iran, Irak, Marokko, Tunesien, Deutschland, Russland, Ukraine, USA, Finnland, Italien, Sudan und Kamerun verwirklicht.prop3k02_giessen Das besondere Merkmal dieses Projektes ist die Vermittlung von Natur- und Umweltaspekten an Migranten direkt im Wohnumfeld. Der Internationale Garten bietet einen Raum, der verschiedene Kulturen und Menschen verbindet. Deswegen will Dr. Virpi Nurmi dafür sorgen, dass Wissen über Natur und Umwelt kein elitäres Vorrecht für einen Bevölkerungsanteil bleibt, der es sich leisten kann.

Mit dem Projekt wird Bewusstsein für Ökologie vorgelebt:
  • Die Rückkehr von Igeln, Eichhörnchen, Insekten und Vögeln ist für die Kinder ein sichtbares Zeichen, dass der Garten den Tieren Nahrung und Schutz bietet. So ist er Teil ihres Lebensraumes geworden.
  • Futterpflanzen und Nistplätze sorgen dafür, dass auch der städtische Raum für Menschen, Tiere und Pflanzen ein Miteinander ermöglicht. Abstrakte Umweltgedanken werden für Kinder greifbar.
  • Der Umweltgedanke wird erlebbar z.B. durch gezieltes Trennen von organischen Abfällen und Reduzierung der Abfallmenge in Privathaushalten. Ein Garten ohne Chemie ist uns sehr wichtig. Durch das Kompostieren erleben Kinder die Entstehung und den Nutzen des Kompostes.
  • Kinder lernen über die Natur und Pflanzen im Garten durch Nachahmung. Natur und Garten helfen dabei, Zusammenhänge zwischen Boden und Essen zu begreifen. Eine gemeinsame Mahlzeit beendet die Gartenstunde, oft von selbst erzeugtem Gemüse.

Ein wichtiger Teil des Gartenprojektes ist neben der kindlichen Faszination für Bewegung das gemeinsame Kochen und Essen. Die gemeinschaftliche Mahlzeit verbindet. Sie ist ein wesentliches Merkmal in vielen Kulturen. Die gemeinsam aus dem Garten geernteten Zutaten werden im Café Toller (ein Bewohner-Café auf dem Gelände) zubereitet.

Schülerinnen und Schüler der Sophie-Scholl-Schule setzen die Idee, bewusst Natur und Umwelt zu erleben, auf dem Gelände fort. Sie werden motiviert, diese Gedanken nach Hause zu den Eltern zu tragen und so zu umweltbewussten Erwachsenen zu werden. Mit unterschiedlichsten Pflanzen demonstriert Dr. Virpi Nurmi in ihrem interkulturellen Konzept Toleranz und Vielfalt und bringt deutschen Grundschülern ferne Länder nahe. Handlungsorientiertes Lernen motiviert junge und ältere Kinder, gemeinsam mit kindlicher Neugier die Welt zu entdecken. Dieses neuartige Konzept fasziniert.

Preise und Auszeichnungen
  • 2009: Umweltpreis der Stadt Gießen

Kooperationspartner
  • Botanischer Garten der Justus-Liebig-Universität
  • Zentrum für interkulturelle Bildung und Begegnung (ZIBB)
  • Sophie-Scholl-Schule
  • Lokale Agenda 21-Gruppen
  • Stiftung Interkultur

Kontakt
Dr. Virpi Nurmi
Ernst-Toller-Weg 2
35394 Gießen
Tel.: (0641) 9721467
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
www.gartenprojekt.pendleton-barracks.de