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Langerwisch › Hugenottengartenprop1x01_langerwisch
Der Privatgarten einer deutsch-französischen Familie wurde im April 2006 offiziell zum "Hugenottengarten Langerwisch". Ein interkultureller Ort war dieser Garten schon seit 1994. Er diente der im Aufbau befindlichen Communauté protestante francophone de Berlin als Pfarr- und Gemeindegarten. Gemeindeglieder und Freunde aus Kamerun, Gabun, der französischen Schweiz und Frankreich haben mitgeholfen, ihn aus einer Brache zu entwickeln.


Die Hugenotten sind ein wichtiges historisches Beispiel für Migration und interkulturellen Austausch. Hugenottten waren französische evangelische Glaubensflüchtlinge. Als Flüchtlinge verbreiteten sie Kulturpflanzen zur Selbstversorgung und für den Handel. In Berlin zum Beispiel bauten sie Blumenkohl, Bohnen und Artischocken an, züchteten Blumenzwiebeln und Schnittblumen. In Südafrika geht der Weinbau auf sie zurück. Garten und wilde Natur waren für sie auch ein Spiegel des Schöpfers, ein "Theater von Gottes Herrlichkeit" (Calvin). Viele bedeutende Gartenarchitekten, Agronomen und Botaniker gehören zur hugenottischen Tradition, Olivier de Serres und Charles de l'Ecluse (Clusius), später Augustin Pyramus de Candolle und Alexander v. Humboldt. Auch Jean-Jacques Rousseau (mit seinen "Lehrbriefen zur Botanik") und Maria Sibylla Merian sind französisch-reformiert beeinflusst.
prop1x01_langerwischDer Hugenottengarten Langerwisch macht diese Geschichte erlebbar und für unser Zusammenleben im Einwanderungsland Deutschland interessant. Eine Ausstellung in dem anheimelnden Gartenpavillon und Themenpflanzungen veranschaulichen den Beitrag der Hugenotten zur Geschichte der Pflanzen und Gärten: die sieben Kräuter der "Grünen Sauce" zum Beispiel, "Genfer" Mangold und die von Gaspard Bauhin gezüchtete Steckrübe, Blumenzwiebeln und Polsterstauden von den Tulpen des Carolus Clusius bis zum Steingarten Boissiers und Correvons. Alte Kartoffelsorten sind dabei (vom "Verein für die Erhaltung und Rekultivierung von Nutzpflanzen"/VERN) und der Siamkürbis des Berliner Botanikers Carl David Bouché, "Pflanzen mit Migrationshintergrund" und Menschen, denen es genauso geht. Die französische Sprache und Kultur bleibt dabei ein wichtiger Teil von Identität.
Der Garten ist regelmäßig öffentlich zugänglich, insbesondere an den "Tagen des Offenen Gartens" in Berlin und Brandenburg. Er wird auch gern von Wandergruppen und Französischkursen aufgesucht. Kontakte bestehen zur französischsprachigen protestantischen Gemeinde Berlin (Communauté protestante francophone), zu weiteren Kirchengemeinden und zur Deutschen Hugenottengesellschaft.

Kooperationspartner
  • VERN, www.vern.org (der Garten gehört zu den Demonstrationsgärten für historische Sorten)
  • Botanischer Garten der Universität Potsdam, www.botanischer-garten-potsdam.de (Pflanzenspenden von bezeichnenden Arten und Sorten);
  • Jardin botanique de Neuchâtel, www2.unine.ch/jardin (Schweiz; Pflanzenspenden und Informationsaustausch)
  • Stiftung Interkultur

Kontakt
Dr. Otto Schäfer
Strasse des Friedens 87
14552 Michendorf OT Langerwisch
Tel. (03 32 05) 5 00 51 (Fam. Schäfer),
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