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Kinderaktivitäten in Interkulturellen Gärten

Die Basis aller Kinderaktivitäten: Das Gartengelände

In fast allen Interkulturellen Gärten gibt es Angebote für Kinder. In einigen bearbeiten sie eigene Beete, in anderen gibt es besondere Kurse oder Projekte, die auf die Bedürfnisse von Kindern zugeschnitten sind.
Grundsätzlich gilt: "Die Kinder sind da und machen einfach mit". Die Interkulturellen Gärten Marburg z.B. stellten den Kindern des Stadtteils am Rande des Gartens eigens eine Gemeinschaftsparzelle zur Verfügung, wo sich sogar 12-jährige Jungen engagieren. Begünstigt durch die Lage und Weitläufigkeit des Geländes ist eine Art Abenteuerspielplatz entstanden, der den Kindern wichtige Naturfreiräume bietet.

Eigene Kinderräume
In der Mehrzahl der Gärten verfügen Kinder und Jugendliche (neben eigenen Beeten) über eigene Einrichtungen zum Spielen, etwa Sandkästen und Schaukeln oder eine Tischtennisplatte.
In den Bunten Gärten Leipzig beispielsweise dient ein umgestalteter Bauwagen als Spielwagen. "Er kommt bei den Kindern sehr gut an, weil sie dort ihr 'eigenes kleines Reich' haben".
Über eine Spielhütte verfügt das ZAK Neuperlach. Dort finden vielfältige Kinderaktivitäten statt, u.a. eine Holzwerkstatt sowie Mal- und Bastelaktivitäten.

Kurs- und Seminarangebote für Kinder
Besonders reichhaltig sind die auf Kinder zugeschnittenen Seminar- bzw. Kursangebote. Hier einige Beispiele (auch bereits abgeschlossene, die als Anregung dienen und die Vielfalt dokumentieren):
  • In den Internationalen Gärten Göttingen finden Koch-, Mal-, Alphabetisierungs- und Schwimmkurse statt. Ein Highlight für die Jüngeren bildete die Ferienaktion "Von Kindern für Kinder – Kinderspiele der Welt" sowie das Sommercamp mit Jugendlichen aus aller Welt. An der Bienenhaltung sind besonders Schulen und Kitas interessiert.
  • In den Bunten Gärten Leipzig wird Vorlesen und freies Malen angeboten. Ziel: Erhöhung der Konzentration der Kinder, denn durch Malen soll das Gehörte visuell umgesetzt und vertieft werden. Es gibt auch eine Bibliothek mit Buchverleih und gelegentlich Lesungen mit bekannten AutorInnen.
  • Organisiert vom Garten der Generationen in Berlin-Kreuzberg bepflanzten Kinder einer Kita aus der Nachbarschaft zusammen mit SeniorInnen den Grünstreifen einer Seniorenfreizeitstätte. Gemeinsam wird geerntet und Pause gemacht, z.B. frischer Pfefferminztee auf dem „grünen“ Dach der Freizeiteinrichtung genossen.
  • Große Vielfalt bietet der Verein ZAK in München-Neuperlach seinen Interkulturellen Bewohnergärten: Computer- und Tanzkurse (HipHop und Rap), Papier- und Theaterworkshops sowie gemeinsames Kochen und Essen, außerdem Gartengruppe, Kinderkino, diverse umweltpädagogische Programme wie Umweltwoche, Müll- oder Laubsammelaktionen. Ziele: Einen Rahmen bieten, in dem ein Bezug zur Natur hergestellt werden und die natürliche Umwelt als Raum für Selbstentfaltung und -erfahrung entdeckt werden kann; Förderung eines bewussten Umgangs mit sich selbst, seiner Gesundheit und den eigenen Möglichkeiten für eine verbesserte Lebenssituation; Integration verschiedener ethnischer Gruppen; Annäherungen an gemeinsame Wertvorstellungen bezüglich eines gemeinsamen Umwelt- und Naturbegriffs.
  • Ein didaktisch ausgearbeitetes und praktisch erprobtes umweltpädagogisches Programm über Biopoly (www.biopoly-r.de/) steht Kindern im Wurzelgarten Dachau zur Verfügung.
  • Der Integrationsgarten in Potsdam ist gleichzeitig Schulgarten. Die Lernenden - und das macht die besondere Qualität des Gartens aus - sind hier gleichzeitig Lehrende: Die SchülerInnen der benachbarten Grundschule legen Blumengärten und Beete an, sie lernen alles rund um das Gärtnern unter fachlicher Anleitung der Interkulturellen GärtnerInnen.
  • Der Frauengarten Kassel bietet Kindern verschiedenste Aktivitäten, darunter Hausaufgabenhilfe sowie Computer- und Sprachkurse.
  • In Lippstadt wurden zusammen mit Kindern Sinnespfade und ein Naschgarten angelegt. Außerdem sind die Kinder „Paten“ für Bäume und Pflanzen. Den Garten zieren Kunstobjekte, die das Ergebnis einer Kunstaktion mit Kindergärten, Schulen und Vereinen sind.

Feste und Feiern
Feste und Feiern sind wichtige Elemente der Kinderaktivitäten in allen Interkulturellen Gärten. Von Sommerfesten, die besonders auf die Wünsche und Bedürfnisse von Kindern zugeschnitten sind (z.B. Performances von Clowns und Jongleuren im Perivoli-Garten Berlin-Neukölln), über Kindergeburtstage, die in Gärten ausgerichtet werden, bis hin zu Einschulungsfeiern (Bunte Gärten Leipzig) reicht das Spektrum.

Kooperationen mit anderen Einrichtungen
Verschiedene Gärten arbeiten mit einem nahe gelegenen Kindergarten oder einer Schule in der Nachbarschaft zusammen. Grundlage der Kooperation ist häufig ein gemeinsamer (Lern-)Garten oder eine gemeinsame Parzelle. In Dessau z.B. wirkten BerufschülerInnen an der Planung und Umsetzung von Aktivitäten für Kinder mit. Es kommen Kinder und Jugendliche aus allen Schulformen in den Garten und bearbeiten selbst ausgesuchte Themen wie "Sitten und Bräuche, orientalischer Kindertanz, Religion, die Rolle der Pflanze in der Küche oder Kulinarisches.“

Aktivitäten jenseits des Gartengeländes
Aktivitäten für Kinder und Jugendliche sind nicht auf das Gartengelände beschränkt. Es finden auch Wanderungen und Ausflüge aufs Land statt. Bei diesen Trips geht es zum einen darum, die natürliche Umgebung kennen zu lernen. Zum anderen zielen sie darauf ab, den Kindern den ökologischen Landbau nahe zu bringen. In die Dessauer Gärten kommen häufig Mütter mit ihren Kindern, die „dem Alltag entfliehen und sich mit anderen austauschen wollen.“ Sie reden über u.a. über Kochen oder Heilpflanzen, und diese Pflanzen lernen sie auf Ausflügen kennen.





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