Freiburg › Bunter Garten - Wurzeln schlagen in der neuen Heimat![]() Der "Bunte Garten" Freiburg in Kooperation mit dem Amt für Wohnraumversorgung der Stadt Freiburg, dem Deutschen Roten Kreuz Kreisverband Freiburg e.V., der Flüchtlingsbetreuung im Wohnheim Hammerschmiedstraße sowie der Reinhold-Schneider-Schule orientiert sich an dem Pilotprojekt der Internationalen Gärten Göttingen. Unser Projekt läuft seit Oktober 2006 in der Planung, der gärtnerische Teil begann im April 2007. Die Projektidee Innerhalb der Gruppe von Menschen mit Migrationshintergrund sind Flüchtlinge besonders bedürftig und stehen in einer schwierigen Lebenssituation: Sie leben oft in beengten Wohnverhältnissen, haben wenig Möglichkeiten, Kontakt zum Umfeld zu knüpfen und können aufgrund fehlender Arbeitserlaubnis keiner Beschäftigung nachgehen. Finanzielle Schwierigkeiten sind die Folge. Dazu kommen häufig traumatische Erlebnisse in ihren Herkunftsländern, die es noch einmal erschweren, in der neuen Heimat Fuß zu fassen. Der Aspekt der Bedürftigkeit hat uns dazu veranlasst, zunächst Flüchtlinge in das Projekt einzubinden.Im Gegensatz zu vielen anderen Städten kommen die in Freiburg lebenden Migrantinnen und Migranten aus sehr unterschiedlichen Ländern und wohnen verteilt im gesamten Stadtgebiet. Aufgrund der Heterogenität und der demografischen Verteilung unterscheidet sich unser Ansatz auch von anderen Gärten: Der jetzige Garten soll eine erste Station sein, geplant ist, weitere Gärten in anderen Stadtteilen aufzubauen, sodass sich schließlich ein ganzes Netz von Gärten über die Stadt zieht. Die räumliche Verbindung der Projektpartner in einem Stadtteil (Wohnen - Schule - Garten) hat unseres Erachtens viele Vorteile: Die Flüchtlingsfamilien werden in ein größeres soziales Umfeld aufgenommen. Sie werden in diesem Umfeld selbst aktiv, d.h. vom passiven Wohnheimbewohner zur aktiven und sichtbaren Person im Stadtteil. Dies soll die Akzeptanz des Wohnheims im Umfeld stärken, die Bewohner als Mitmenschen erlebbar machen und Kontakte fördern.Da das Gartengelände zur Reinhold-Schneider-Schule gehört, bot sich die Kooperation mit der Schule an und wurde auch gerne von der Schulleitung angenommen. Einige Kinder aus dem Wohnheim besuchen diese Schule, sodass hier eine sozialräumliche Verbindung besteht, die ins Projekt hineinwirken kann. ![]() Leben mit und im Garten - Ziele 1. Unser Garten ist ein Ort der Begegnung, sowohl zwischen den Kulturen als auch zwischen Jung und Alt. Das Kennenlernen wird auf der Grundlage eines gemeinsamen Interesses erleichtert. Dies fördert den Gedanken von Solidarität und Zusammenarbeit und macht die Vielfalt menschlicher Lebenswelten erfahrbar. 2. Unser Garten ist ein Lernort. Zum einen sollen natürlich Wissen und Kenntnisse über Anbaumethoden und ökologischen Gartenbau erworben und weitergegeben werden, zum anderen werden jedoch auch Gestaltungskompetenzen und der Umgang mit kultureller Differenz erlernt. Die deutsche Sprache ist dabei das Medium, wodurch auch in diesem Bereich Kompetenzen erweitert werden. 3. Unser Garten soll ein Ort der Identitätsrekonstruktion sein. Durch die Sinn stiftende Arbeit im Garten, das Bewirtschaften einer eigenen Parzelle im Garten und die Weitergabe eigener Kenntnisse, werden Selbstachtung und Selbstbewusstsein gestärkt. Dies erleichtert das persönliche "Wurzeln schlagen" und ermöglicht eine Neuverortung in vertrautem Handlungsrahmen. 4. Ein Garten schafft Raum für Naturerfahrungen. Die Arbeit mit der Natur im Garten verhilft zu Entspannung und steigert das allgemeine Wohlbefinden. 5. Unser Garten bietet einen Fixpunkt im neuen Lebensraum. Von hier aus wird das Erfahren und Erleben der Stadt und des sozialen Umfelds möglich. Außerdem wirkt sich das Gemeinschaftsgefühl positiv auf das allgemeine Lebensgefühl aus, was wiederum bei der Bewältigung von Krisen und Alltagsproblemen hilfreich ist. Unser Garten ist Treffpunkt für gemeinsame Aktivitäten, wie gemeinsames Einkaufen oder Feste. Er ist Mittelpunkt eines Netzwerks, das sich in der Entwicklung befindet. Entwicklungen ![]() Unser Garten verändert sich stetig. Die kritische Anfangsphase haben wir hinter uns gebracht und inzwischen sind weitere GärtnerInnen aus verschiedenen Ländern zu uns gestoßen. Auch mit den NachbarInnen konnten Kontakte geknüpft werden - die bisher geschlagenen Wurzeln wuchern und wachsen also nach wie vor kräftig! Kooperationspartner
Kontakt Südwind Freiburg e.V. - Verein für soziale und interkulturelle Arbeit Anja Rohde Christine Schmidt-Brauch Faulerstraße 8 79098 Freiburg Tel.: (0761) 40 55 55 Fax: (0761) 40 63 14 E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. www.suedwind-freiburg.de |